Photo by Davor Rostuhar

10 Holzboote, die selbst Noah neidisch machen würden

Vor über 400 Jahren hat die erstaunliche Anzahl von 74 traditionellen Falkuša Segelbooten an einem langen Törn von Komiža auf der Insel Vis bis zur Inselgruppe Palagruža und wieder zurück teilgenommen. Das elegante Falkuša-Boot von Vis ist nur eines der Bootstypen aus der beachtlichen Sammlung traditioneller Holzboote, die entlang der eindrucksvollen kroatischen Küste zu finden sind. Lernen Sie weiter unten einige dieser Boote kennen!

Falkuša – Vis

Eine Falkuša ist ein traditionelles Fischerboot der Fischer aus der Stadt Komiža. Es ist etwa 7-8 Meter lang und 3 Meter breit;  das charakteristische Merkmal der Falkuša trug auch zur Namensgebung des Bootes bei, nämlich die zwei abnehmbaren hölzernen Seitenteile, als „falke“, bezeichnet, die das Boot während der Fahrt auf offener See schützten, am Ziel aber abgenommen wurden, um den Vorgang des Fischfangs zu erleichtern. Heute gibt es in Komiža mehrere schön restaurierte Falkuša-Holzsegelboote, die zur Vermietung angeboten werden und die Gelegenheit bieten, die einstigen Segelreisen nachzuerleben.

Die Gajeta von Betina

Die nahe bei Murter gelegene Ortschaft Betina ist eine weitere namhafte  traditionelle Heimstätte des Holzbootbaus; hier entstand die Gajeta aus dem 18. Jahrhundert. Ein stabiles Frachtboot mit Lateinersegeln, das zur Beförderung von Waren zu anderen Inseln und Küstenorten diente. Diesem berühmten Wasserfahrzeug wird in Betina jedes Jahr durch eine Holzschiffregatta Ehre erwiesen.  In der Ortschaft steht auch ein Holzschiffahrtsmuseum, dessen Exponate zum Teil von örtlichen Familien gespendet wurden. Hier sind die Betriebe Familienunternehmen.

Die Gajeta von Korčula

Eine weitere bekannte Heimstätte der Gajeta ist die Insel Korčula, deren Schiffbautradition, wie man annimmt, bis in illyrische Zeiten zurückgeht; die ältesten schriftlichen Aufzeichnungen stammen aus dem Jahr 1214. Kein Wunder, dass es für Marco Polo ein Leichtes war, auf Reisen zu gehen!

Die Batana von Rovinj

Batanas sind Flachbodenboote, die wegen ihrer Langlebigkeit und traditionellen Bauweise unter dem Schutz der UNESCO stehen. Man sieht sie heute noch in der Nähe von Rovinj. Aus diesem Grunde wurde das Öko-Museum „Haus der Batana“  gegründet, aber man lernt sie am besten kennen, wenn man einen Törn auf ihnen unternimmt. Oder zwei, drei!

Bracera

Auch bekannt als Brazzera; diese typischen einmastigen Segelboote trifft man an der Adriaküste am häufigsten an. Sie waren so beliebt, dass 800 dieser Boote im Raum von Dalmatien bis Istrien in dem österreichisch-ungarischen Flottenregister eingetragen waren. Die Herkunft der Bezeichnung ist umstritten;  manche behaupten, ihr Ursprung liege auf der Insel Brač, andere wiederum sehen eine Verbindung der Bezeichnung zu dem Antrieb durch manuelle Kraft, mittels Ruder (auf Italienisch „Forza di braccia“). Die wichtigste Wahrheit jedoch ist, dass sie sehr schön anzusehen sind!

Die Condura Croatica (Nin)

Mit ihren berühmten Salzpfannen und der kleinsten Kathedrale der Welt hat die Stadt Nin Touristen viel zu bieten, und dazu gehört auch das eigene Schiffbau-Erbe. Die Flotte der Condura Croatica Boote hatte ihre Glanzzeit im 11. Jahrhundert, und Gerüchten zufolge standen dem König Tomislav in Nin etwa 20.000 Ruderer auf Condura-Booten zur Verfügung. Nun können Sie sich eines der Boote in Nins Antiquitätenmuseum ansehen.

Das Leut

Weit verbreitet in der gesamten adriatischen Küstenregion, war das Leut sowohl ein Fischerboot als auch ein Küstenfrachtboot, speziell eingesetzt für die Blaubarsch-Fischerei und den Gebrauch des „trat“, eines am Heck festgemachten Netzes, das zum geeigneten Zeitpunkt aus dem Meer gezogen wurde.

Die Trabakel

Dieses Frachtschiff aus Holz, einst eine Hauptstütze der Küstenschifffahrt, geht zurück in das 15. Jahrhundert, als es als dalmatinisch-venezianisches Handelsschiff zum Einsatz kam.  Sein Name stammt von dem Wort „trabacca“, oder Zelt, ab, der Bezeichnung für die Segel des Bootes. Es war langsam, zuverlässig und aus Eichen- oder Lärchenholz gemacht. Die typische Trabakel war 20 Meter lang, hatte zwei Masten und ein langes Ruder sowie eine Besatzung von 10 bis 20 „Trabakelmatrosen“.

Die Galeone von Dubrovnik

Die Blütezeit des besten Schiffes seiner Zeit, des Galijuns von Dubrovnik (auf Deutsch: Galeone) traf mit dem Goldenen Zeitalter von Dubrovnik vom 16. bis zum 18. Jahrhundert zusammen. Wegen seiner stabilen Bauweise und außerordentlichen Flexibilität kam diese Galeone bei langen Handelsreisen zum Einsatz, bei Bedarf auch als Kriegsschiff. Sie bildete einen wesentlichen Bestandteil der Flotte von Dubrovnik, die der Stadt solch großen Reichtum bescherte.

Die Karacke von Dubrovnik

Als größtes Segelschiff von Dubrovnik im Zeitraum vom 14. bis zum 17. Jahrhundert diente die Karacke überwiegend als Frachtschiff und war ein Gütezeichen des Dubrovniker Schiffbaus. In der Stadt blühte der Bau von Karacken und Galeonen, und der Name „Argosy“ wurde zum Synonym für hochwertige Handelsschiffe, die sogar von Shakespeare in seinem Theaterstück „Der Kaufmann von Venedig“ erwähnt wurden. Ein Schiff, Dubrovnik und Shakespeare? Das ruft geradezu nach Romantik!